Das heutige Fiat-Geld
Das Fiat-Geldsystem ist ein Geldsystem, in dem der Wert des Geldes nicht durch physische Güter wie Gold oder Silber gedeckt ist, sondern durch das Vertrauen und die Autorität der Regierung, die es ausgibt.
Der Begriff “Fiat” stammt aus dem Lateinischen und bedeutet “es werde” oder “es geschehe”. Im Kontext des Geldes bedeutet es, dass der Wert des Geldes durch Dekret der Regierung festgelegt wird.
Hier sind die wesentlichen Merkmale des Fiat-Geldsystems:
Kein innerer Wert
Fiat-Geld hat keinen inneren (intrinsischen) Wert. Das bedeutet, dass das Papier oder das digitale Geld, auf dem der Wert gedruckt oder angezeigt wird, keinen eigenen Wert hat. Sein Wert entsteht ausschließlich durch das Vertrauen der Menschen in die Stabilität und die Zahlungsfähigkeit der ausgebenden Regierung.
Unbegrenzte Ausgabe
Regierungen und Zentralbanken können theoretisch unbegrenzt Fiat-Geld drucken. Dies ermöglicht eine flexible Geldpolitik, um wirtschaftliche Krisen zu bewältigen, birgt jedoch das Risiko von Inflation oder Hyperinflation, wenn zu viel Geld in Umlauf gebracht wird.
Zentralisierte Kontrolle
Fiat-Geld wird von Zentralbanken kontrolliert, die die Geldpolitik festlegen und die Geldmenge steuern. Diese zentralisierte Kontrolle ermöglicht es, auf wirtschaftliche Schwankungen zu reagieren, kann aber auch zu Missmanagement und Korruption führen.
Inflation und Kaufkraftverlust
Eine häufige Folge des Fiat-Geldsystems ist die Inflation, bei der der Wert des Geldes im Laufe der Zeit abnimmt. Dies geschieht, wenn die Geldmenge schneller wächst als die Wirtschaft. Inflation führt zu einem schleichenden Kaufkraftverlust, was bedeutet, dass Güter und Dienstleistungen im Laufe der Zeit teurer werden.
Schuldenbasiertes System
Das Fiat-Geldsystem basiert auf Schulden. Geld wird in der Regel durch Kreditvergabe geschaffen. Wenn eine Bank einen Kredit vergibt, wird neues Geld in Umlauf gebracht. Dieses System fördert den Konsum und das Wirtschaftswachstum, kann aber auch zu übermäßiger Verschuldung und finanzieller Instabilität führen.
Keine natürliche Begrenzung
Im Gegensatz zu Edelmetallen wie Gold, die in ihrer Menge begrenzt sind, gibt es für Fiat-Geld keine natürliche Begrenzung. Dies bedeutet, dass die Regierungen die Geldmenge nach Belieben erhöhen können, was langfristig das Vertrauen in die Währung untergraben kann.
Bitcoin als Alternative
Bitcoin bietet eine Alternative zum Fiat-Geldsystem. Als dezentrales digitales Geld hat Bitcoin eine festgelegte maximale Menge von 21 Millionen Coins, was es vor Inflation schützt.
Bitcoin basiert nicht auf Vertrauen in eine zentrale Autorität, sondern auf kryptographischer Sicherheit und einem dezentralen Netzwerk von Nutzern. Diese Eigenschaften machen Bitcoin zu einer robusten Alternative zu Fiat-Geld, besonders in einer Welt, in der das Vertrauen in traditionelle Finanzsysteme schwindet.
Geldschöpfung durch Kredite
Der Prozess, durch den Banken Geld durch Kredite erschaffen, ist als “fraktionales Reservebanking” bekannt. Dies ist ein Kernprinzip des modernen Bankensystems, bei dem Banken nur einen Bruchteil der Einlagen als Reserve halten und den Rest verleihen. Hier ist eine detaillierte Erklärung dieses Prozesses:
Einlagen erhalten
Zunächst erhält eine Bank Einlagen von Kunden. Diese Einlagen können in Form von Bargeld, Gehaltszahlungen oder anderen Überweisungen auf das Bankkonto erfolgen. Diese Einlagen werden als Verbindlichkeiten der Bank gegenüber den Einlegern betrachtet.
Reserven halten
Von den erhaltenen Einlagen muss die Bank einen bestimmten Prozentsatz als Reserve halten. Dieser Prozentsatz wird von der Zentralbank festgelegt und ist als “Mindestreserveanforderung” bekannt. Nehmen wir an, die Mindestreserveanforderung beträgt 10%. Das bedeutet, dass die Bank 10% der Einlagen als Reserve halten muss und 90% für Kredite verwenden kann.
Kredite vergeben
Die Bank vergibt nun Kredite aus den verbleibenden 90% der Einlagen. Wenn ein Kunde einen Kredit aufnimmt, wird dieser Betrag auf das Konto des Kunden gutgeschrieben. Obwohl das Geld physisch nicht in der Bank vorhanden ist, wird es durch den Kreditprozess geschaffen. Dies bedeutet, dass die Bank neue Einlagen in Form des Kredits erstellt.
Geldschöpfung durch Kreditmultiplikator
Wenn der Kreditnehmer das geliehene Geld ausgibt, wird dieses Geld auf das Konto eines anderen Bankkunden eingezahlt, entweder in derselben Bank oder einer anderen Bank. Diese zweite Bank behandelt die Einzahlung ebenfalls als neue Einlage, von der sie wiederum 10% als Reserve hält und 90% als neue Kredite vergeben kann. Dieser Prozess wiederholt sich, wodurch mehr und mehr Geld im Umlauf geschaffen wird.
Beispiel eines Kreditmultiplikators
Angenommen, die ursprüngliche Einzahlung beträgt 1.000 Euro und die Mindestreserveanforderung beträgt 10%:
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Die Bank hält 100 Euro als Reserve und verleiht 900 Euro.
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Der Kreditnehmer gibt die 900 Euro aus, die bei einer anderen Bank eingezahlt werden.
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Die zweite Bank hält 90 Euro als Reserve und verleiht 810 Euro.
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Dieser Prozess setzt sich fort, wobei jedes Mal ein Teil als Reserve gehalten und der Rest verliehen wird.
Der Gesamteffekt ist, dass aus den ursprünglichen 1.000 Euro Einlage ein viel größeres Geldvolumen geschaffen wird. Theoretisch kann das System bei einer Mindestreserve von 10% die Geldmenge auf das Zehnfache der ursprünglichen Einlagen erhöhen.
Bilanzverlängerung
Durch diesen Prozess der Kreditvergabe wird die Bilanz der Bank verlängert. Auf der Aktivseite stehen die vergebenen Kredite, und auf der Passivseite stehen die Einlagen der Kunden. Beide Seiten der Bilanz wachsen, wenn neue Kredite vergeben werden und dadurch neue Einlagen entstehen.
Risiken und Stabilität
Während dieses System das Wirtschaftswachstum fördert, birgt es auch Risiken. Wenn zu viele Kredite vergeben werden und Kreditnehmer nicht zurückzahlen können, kann dies zu Bankenkrisen und Finanzinstabilität führen. Zentralbanken überwachen deshalb das System und passen die Mindestreserveanforderungen sowie andere geldpolitische Instrumente an, um Stabilität zu gewährleisten.
Bitcoin als Alternative
Im Gegensatz zum fraktionalen Reservebanking basiert Bitcoin auf einem festen Angebot von 21 Millionen Coins und verhindert damit die inflationäre Geldschöpfung durch Kreditvergabe. Bitcoin-Transaktionen sind transparent und dezentralisiert, was die Notwendigkeit für ein zentrales Kontrollsystem wie bei traditionellen Banken eliminiert.
Inflation und Geldmengenausweitung
Inflation
Inflation ist der Prozess, bei dem das Preisniveau für Waren und Dienstleistungen in einer Wirtschaft über einen bestimmten Zeitraum hinweg ansteigt. Dies führt zu einem Rückgang der Kaufkraft einer Währung, da man für dasselbe Geld weniger kaufen kann. Inflation wird in der Regel durch den Verbraucherpreisindex (CPI) gemessen, der die durchschnittliche Preisänderung für einen Korb von Gütern und Dienstleistungen darstellt.
Geldmengenausweitung
Geldmengenausweitung bezieht sich auf die Erhöhung der im Umlauf befindlichen Geldmenge durch die Zentralbank. Dies kann durch verschiedene geldpolitische Maßnahmen erfolgen, wie zum Beispiel:
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Offenmarktgeschäfte:
Die Zentralbank kauft Staatsanleihen oder andere Wertpapiere, um Geld in die Wirtschaft zu pumpen. -
Senkung des Leitzinses:
Ein niedrigerer Zinssatz ermutigt Banken, mehr Kredite zu vergeben, was die Geldmenge erhöht. -
Quantitative Lockerung (QE):
Eine extreme Form der Geldmengenausweitung, bei der die Zentralbank große Mengen an Finanzaktiva kauft, um die Liquidität zu erhöhen.
Hauptprobleme des Zentralbankensystems
Inflation
Inflation ist oft ein direktes Ergebnis der Geldmengenausweitung. Wenn mehr Geld im Umlauf ist, aber die Menge an Gütern und Dienstleistungen konstant bleibt, steigen die Preise. Während moderate Inflation als normal und sogar wünschenswert für das Wirtschaftswachstum betrachtet wird, kann hohe oder unkontrollierte Inflation die Wirtschaft destabilisieren. Sie verringert die Kaufkraft der Verbraucher, kann zu einer Lohn-Preis-Spirale führen und das Vertrauen in die Währung untergraben.
Schulden und Kreditausweitung
Durch das fraktionale Reservebanking können Banken viel mehr Geld in Form von Krediten schaffen, als sie tatsächlich an Einlagen halten. Dies führt zu einer erhöhten Verschuldung auf individueller und staatlicher Ebene. Wenn diese Schulden nicht nachhaltig sind, kann dies zu Finanzkrisen führen. Die Finanzkrise 2008 ist ein Beispiel dafür, wie übermäßige Kreditvergabe und Verschuldung zu einer schweren wirtschaftlichen Rezession führen können.
Moral Hazard und Fehlallokation von Ressourcen
Zentralbanken können auch das Problem des “Moral Hazard” verschärfen, indem sie Finanzinstitutionen in Krisenzeiten retten, was risikoreiches Verhalten fördert. Zudem kann die künstliche Senkung der Zinssätze zu einer Fehlallokation von Ressourcen führen, da Investitionen nicht aufgrund von realen wirtschaftlichen Bedingungen, sondern aufgrund von künstlich niedrig gehaltenen Kreditkosten erfolgen.
Fazit
Das Fiat-Geldsystem ist ein zentrales Element der modernen Wirtschaft, das viele Vorteile bietet, aber auch erhebliche Risiken birgt. Während es Flexibilität und kurzfristige Stabilität bieten kann, führt es langfristig oft zu Inflation, Schulden und wirtschaftlicher Instabilität. Bitcoin bietet eine vielversprechende Alternative, die diese Probleme durch ein deflationäres, dezentrales und sicheres Geldsystem adressiert.
Die Geldschöpfung durch Kreditvergabe ist ein komplexer, aber zentraler Mechanismus im modernen Finanzsystem. Während es wirtschaftliche Vorteile bietet, birgt es auch erhebliche Risiken, die sorgfältig überwacht und gemanagt werden müssen. Bitcoin bietet eine alternative Vision eines stabileren und deflationären Finanzsystems, das viele dieser Risiken vermeiden könnte.
Inflation und Geldmengenausweitung sind zentrale Probleme des modernen Zentralbankensystems, die zu wirtschaftlicher Instabilität und Vertrauensverlust führen können. Bitcoin bietet eine robuste Alternative, die durch ihre deflationären Eigenschaften und dezentralisierte Struktur viele dieser Probleme vermeiden kann.