Der “Block Size War” war eine bedeutende Debatte innerhalb der Bitcoin-Community, die von 2015 bis 2017 andauerte. Es ging um die Frage, ob die maximale Blockgröße von 1 Megabyte (MB) erhöht werden sollte, um mehr Transaktionen pro Block zu ermöglichen und damit die Skalierbarkeit von Bitcoin zu verbessern.

Hintergrund

Bitcoin wurde ursprünglich mit einer maximalen Blockgröße von 1 MB konzipiert, um das Netzwerk vor Spam-Angriffen zu schützen. Mit zunehmender Popularität und Nutzung von Bitcoin stießen jedoch immer mehr Transaktionen auf diese Begrenzung, was zu längeren Bestätigungszeiten und höheren Transaktionsgebühren führte.

Die Kontroverse

Pro-Blockgrößen-Erhöhung

Befürworter einer größeren Blockgröße argumentierten, dass eine Erhöhung notwendig sei, um die Skalierbarkeit von Bitcoin zu verbessern und sicherzustellen, dass es als globales Zahlungssystem genutzt werden kann. Größere Blöcke würden mehr Transaktionen pro Sekunde ermöglichen und die Netzwerküberlastung reduzieren.

Contra-Blockgrößen-Erhöhung

Gegner einer Erhöhung der Blockgröße warnten vor den möglichen negativen Folgen. Größere Blöcke würden die Dezentralisierung gefährden, da nur leistungsstärkere Nodes in der Lage wären, die größeren Datenmengen zu verarbeiten. Dies könnte die Kontrolle über das Netzwerk in die Hände weniger großer Miner legen und damit die Sicherheit und Widerstandsfähigkeit von Bitcoin beeinträchtigen.

Lösungsansätze

SegWit (Segregated Witness)

Als Kompromiss wurde Segregated Witness (SegWit) vorgeschlagen und schließlich 2017 implementiert. SegWit ist ein Soft Fork, der es ermöglicht, mehr Transaktionen in einen Block zu packen, indem die Signaturdaten (Witness-Daten) ausgelagert werden. Dadurch wird die effektive Blockgröße erhöht, ohne die tatsächliche Größe zu verändern. Dies führte zu einer besseren Skalierbarkeit und reduzierte die Transaktionsgebühren.

Bitcoin Cash

Eine Gruppe innerhalb der Bitcoin-Community entschied sich jedoch, einen radikaleren Weg zu gehen. Sie führten eine Hard Fork durch und schufen im August 2017 eine neue Kryptowährung namens Bitcoin Cash (BCH) mit einer Blockgröße von 8 MB, später auf 32 MB erhöht. Bitcoin Cash verfolgt das Ziel, größere Blöcke zu verwenden, um die Transaktionskapazität zu erhöhen.

Ein Soft Fork ist eine abwärtskompatible Änderung des Protokolls, bei der nur die vorherigen Regeln eingeschränkt werden, sodass nicht aktualisierte Nodes weiterhin im Netzwerk funktionieren können.

Ein Hard Fork hingegen ist eine nicht abwärtskompatible Änderung, die eine Aufspaltung der Blockchain verursacht und erfordert, dass alle Nodes und Miner auf die neue Version aktualisieren, um weiterhin am Netzwerk teilzunehmen.

Fazit

Der Block Size War verdeutlicht die Herausforderungen und die Komplexität der Skalierbarkeitsdebatte innerhalb der Bitcoin-Community. Während SegWit eine elegante Lösung zur Verbesserung der Skalierbarkeit innerhalb des bestehenden Netzwerks bot, entschieden sich die Befürworter größerer Blöcke für die Abspaltung und die Schaffung von Bitcoin Cash. Diese Ereignisse haben die Bitcoin-Community gespalten, aber auch die Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit des Netzwerks demonstriert.